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«Menschenhandel» im Fussball: Seine Kinder hat er nie gesehen
Mampi (23) hat eine grosse Leidenschaft: Fussball. Dafür schwänzte er auch schon mal die Schule und schaffte es bis in die Junioren-Nati seiner Heimat Mali. Sein grosser Traum ist eine Karriere in Europa: «Dort kannst du von deiner harten Arbeit profitieren», sagt er. «Denn auch wenn du in Mali gut Fussball spielst: Verdienen tust du nichts.»
Dann scheint seine grosse Chance gekommen: Der Präsident einer malischen Fussball-Akademie verspricht ihm ein Probetraining in Dänemark. Tausende Franken überweisen Mampi und seine Familie an den Mann, nehmen Kredite auf, verschulden sich. Doch als Mampi in Kopenhagen ankommt, wartet niemand auf ihn. Der Club behauptet, man habe nach einer ersten Kontaktaufnahme nie wieder von ihm gehört.
Nach einer Odyssee durch halb Europa ist Mampi jetzt in Frankreich gestrandet, ohne Papiere und gefangen in einem ausbeuterischen Job. Er selbst sieht sich als Opfer von Menschenhandel – und geht jetzt rechtlich gegen seine Berater vor.
Wie Mampi kommen jedes Jahr Tausende Spieler aus Afrika und Südamerika nach Europa. 20 Minuten «Reporter!n» besucht ihn in Paris, spricht mit seinem Umfeld und begleitet ihn ins Training. Er gibt einen offenen und seltenen Einblick ins undurchsichtige Fussball-Business.